Sport & Gehirnerschütterungen

Kopfverband

Jeder hat schon Bilder von Athleten gesehen, die nach einem Schlag am Kopf „neben sich stehen“. Ein oftmaliger Grund dafür kann eine Gehirnerschütterung sein, wie z.B. beim deutschen Nationalspieler Christoph Kramer während dem Fußball WM-Finale 14.

Die Gehirnerschütterungen werden meist durch einen Kopf-zu-Kopf-, Ellbogen-zu-Kopf oder Kopf-zu-Boden-Aufprall ausgelöst. Vor allem in den Sportarten Rugby, American Football oder Eishockey gibt es ein erhöhtes Risiko. Am Unfallort selbst ist die Erstversorgung sehr wichtig! Treten die nachfolgenden Symptome auf, ist eine Erstuntersuchung durch einen Arzt oder Sportphysiotherapeuten unbedingt notwendig.

Charakteristika einer Gehirnerschütterung:
Kopfschmerzen, Nebelgefühl, emotionale Labilität, Bewusstseinsverlust, Gedächtnisverlust, Reizbarkeit, verlangsamte Reaktionszeiten, Schläfrigkeit oder Schlaflosigkeit.

Die Regel ist, den Spieler sofort aus dem Spiel zu nehmen und bei schlimmen Verdacht ein Spital aufgesucht werden. Bei der Erstbeurteilung hilft das SCAT3-Formular (Sport Concussion Assessment Tool- 3rd Edition). Es beinhaltet kurze neurophysiologische Testsequenzen zur Erfassung der kognitiven Funktionen, denn die klassischen Fragen nach Ort, Datum oder Name sind nicht sehr zuverlässig. Die definitive Diagnose der Gehirnerschütterung und deren Schweregrad stellt der Mediziner.

In der Reha wird der Athlet nach dem Return to Play-Protokoll von Stufe zu Stufe getestet. Jede Stufe geht über 24h und muss vom Athleten ohne Symptome bewältigt werden. Für Sportphysiotherapeuten in den Risikosportarten gilt es, gute Kenntnisse über Gehirnerschütterungen, speziell über die Return to Play-Richtlinien, aufzubauen.

Nähere Informationen bei unserem Physiowien Team:
Sportphysiotherapeut Erik Kappel, T 0664/145 05 19, kappel@physiowien.info
Physiotherapeutin Magdalena Schasché, T 0650/20 48 500, schasche@physiowien.info

Quelle: Ophey M. (2014). Aktuelle Richtlinien für das Management von Gehirnerschütterung. Sportphysio, 2/2014, 53-54