Kreuzband-Operation – pro und contra?

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist eine der häufigsten Sportverletzungen überhaupt.
Oft wird leider zu früh oder voreilig operiert.
Doch warum?
Und wann sollte man konservativ therapieren und wann sollte man zur Operation raten?

Im Moment wird fast jeder junge Sportler mit Kreuzbandriss operiert mit der Begründung, dass sich schnell eine Arthrose bilden könnte. Unangenehm für die behandelnden Physiotherapeuten, Ärzte und natürlich den Sportler. Jedoch ist es laut neuesten Studien nicht wirklich erwiesen ob eine Operationsempfehlung wirklich als sinnvoll erachten lässt. In manchen Fällen erweist sich eine konservative Therapie sogar als heilungsbeschleunigend, und somit auch als sinnvoller als die Operation. Auch ist eine Operationsempfehlung länderabhängig, so wird in Deutschland oder den USA viel öfter operiert als in den skandinavischen Ländern.

Doch wann sollte man operieren?
Zuerst sollte man ausschließen können ob auch andere Teile des Bewegungsapparates in Mitleidenschaft gezogen worden sind, zB Rupturen, Knorpelschäden etc. Können solche Schäden ausgeschlossen werden, so sollte 3-6 Monate konservativ therapiert werden. Sollte sich keine Verbesserung oder Genesung einstellen, kann entweder vorerst weiter therapiert werden oder es wird nun endgültig eine Op-Empfehlung für den jeweiligen Patienten ausgesprochen.

Während des Verlaufes der Therapie lassen sich die Patienten in individuelle Subgruppen aufteilen, ein neuer Therapieansatz, der schon bei anderen Verletzungen für gute Ergebnisse sorgt, denn so lässt es sich individueller auf den Patienten eingehen und der Heilungsprozess weiter beschleunigen. Jene Subgruppen werden nach ihren Bedürfnissen und je nach sportlicher Betätigung behandelt, so braucht ein Profikicker eine andere Therapie als ein Gelegenheitssportler. Dies garantiert einen guten und möglichst schnellen Heilungsprozess.

Generell gilt: Nicht immer muss operiert werden, immer öfter lässt sich die Operation vermeiden.

Für weitere Informationen können Sie uns gerne anrufen,
oder lesen Sie nach in der Ausgabe 5/2010 von „Physiopraxis“, dem Fachmagazin für Physiotherapie.