Sportphysiotherapie


Verletzungen, Überbelastungen und Operationen können für den Sportler oftmals das Ende einer sportlichen Saison, eine lange Unterbrechung oder Trainingspause und bedeuten.

Im Spitzensport verblüffen erstaunliche Come Backs jedoch immer wieder das Publikum. Dahinter steckt eine organisierte und professionelle Aufbauarbeit durch Sportphysiotherapeuten und Trainer. Das fundierte Know How über die einzelnen Phasen der Regeneration der verletzten Körper- und muskulären Strukturen ist entscheidend – bei der Erstversorgung bis zum sportlichen Come Back.

Warum ist Sportphysiotherapie dafür entscheidend?

Die Sportphysiotherapie bedient sich der wissenschaftlichen Kenntnisse der physiologischen Wundheilungsphasen und damit verbundenen Belastungsmöglichkeiten für das Wiederaufbautraining – egal ob beim Spitzensportler oder Hobbyläufer – aber eigentlich bei jedem der sich bewegen muss und sollte.

Beginnt man unkontrolliert zu früh mit Belastungen kann dies den gesamten Heilungsprozess stören oder sogar soweit führen, dass das Gewebe langfristig instabil wird. Wird im Gegensatz zu lange nicht bewegt verzögert sich die Wundheilung oft dramatisch und es kann zu permanenten Bewegungsstörungen führen.

Die 3 Phasen unserer Sportphysiotherapie

1) ENTZÜNDUNGSPHASE:

Die Entzündungsphase dauert 5 Tage ab Verletzung. In dieser Phase ist der Organismus vor allem mit Blutstillung und schnellstmöglichem „Füllen“ von Gewebeschäden mit einfachem Bindegewebe beschäftigt. Typisch für diese Phase sind die Entzündungszeichen: Rötungen / Schwellungen / Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Diese Reaktionen müssen beachtet werden und sollten auf keinen Fall durch Überbelastung, Training etc. beeinflusst und damit behindert werden, da sie die Grundlage für eine wirkungsvolle Regeneration des verletzen Gewebes sind.

Tipps von Physiowien:
Bei Verletzungen sollten Sie sofort einen Arzt konsultieren, aber in jedem Falle die ersten 48 Stunden die verletzten Bereiche ruhig stellen (z.B. schienen). Alle 4 bis 6 Stunden sollten sie die Zonen aber schmerzfrei durchbewegen um die Durchblutung zu gewährleisten. Nach 48h kann ein „K-Tape“ zur Stützversorgung angelegt werden und innerhalb der Schmerzgrenze funktionell belastet werden.

Achtung „EIS“: Neueste Studien zeigen, dass sich lange Eisauflagen negativ auf die Wundheilung auswirken. Zu lange applizierte Eispackungen führen zu einem Zusammenziehen der Gefäße, dies führt zu einer Minderdurchblutung und Sauerstoff – Unterversorgung des verletzten Gewebes.
Daher sollte Eiskühlung nur in milder Form etwa durch Topfenumschläge (milde Kälte für 30 min) oder Eiswasser (max. 40 Sekunden mit einem Schwamm aufgetragen) eingesetzt werden.

Achtung „Schmerzmedikamente“: Gefährlich ist es Schmerzen (die Sprache des Körpers) mit Schmerzmedikamenten gänzlich zu unterdrücken. Einerseits verliert der Körper sein Gefühl der natürlichen Grenzen für Belastungen und andererseits hemmen Medikamente die physiologischen Wundheilungsprozesse im Körper.

2) STABILISATIONSPHASE IM GEWEBE / PROLIFERATIONSPHASE:

Die Proliferationsphase dauert vom 5. bis 21. Tag. In dieser Phase klingen die Entzündungszeichen und -werte ab.
Der Körper beschäftigt sich nun mit der Wiederherstellung des verletzten Gewebes. Die neuen Fasern sind zu Beginn noch dünn und liegen eng aneinander. Das Gewebe ist noch wenig elastisch und belastbar. Wichtig ist nun ein langsam gesteigertes Belastungstraining.

Tipps von Physiowien:
Achtung vor zu langer Ruhigstellung: Diese wirkt sich negativ auf die Ausrichtung der Fasern aus, die Fasern verkleben und verfilzen und verzögern die Regeneration und Belastbarkeit erheblich. Ein gezieltes Training im sogenannten Matrixbereich optimiert diese Phase. Übungen sollen noch keinen „Stress“ auf das neue Gewebe auslösen, sehr wohl sollen Übungen aber stabilisierende Reize setzen.

Diese stabilisierenden Reize sollen in allen Bewegungsebenen stattfinden.

Die von uns gezeigten und empfohlenen Übungen dazu müssen im gesamten Verlauf der Proliferationsphase langsam und korrekt durchgeführt werden (auch zu Hause als Aufbauprogramm). Koordinationsübungen, Übungen mit dem eigenen Körpergewicht und dosiertes Zusatzgewicht unter axialer Führung sind die Basis für spätere anspruchsvollere Belastungen bis zu Leistungen im Spitzensport.

3) REMODELLIERUNGSPHASE:

Die Remodellierungsphase beginnt mit dem 21. Tag und kann, je nach Verletzungsmuster, zwischen 300 bis 500 Tage dauern. Vielen Sportlern ist diese wichtige und lange Regnerationsphase der verletzten Strukturen nicht bewusst, daher passieren gerade in dieser Phase viele erneute Verletzungen oder Überbelastungen.

Die Belastbarkeit und Elastizität nimmt in dieser Phase langsam und kontinuierlich zu. Die Trainingsreize müssen dieser Qualität angepasst aber ausgereizt werden.
Die Übungen werden zunehmend intensiver und funktioneller den jeweiligen Sportarten angepasst. Unser Therapeuten erstellen nach den Erkenntnissen der medizinischen Trainingstherapie einen individuellen und strukturierten Trainingsplan der alle paar Wochen mit dem Sportphysiotherapeuten besprochen und wenn notwendig adaptiert wird.

DER HIT: Funktionelles Training

Vielfältige Bewegungen optimieren das Körperbewusstsein – Je mehr Bewegungsebenen unserm Körper bekannt werden, desto besser kann er auf diese zurückgreifen und letztlich sein Leistung ausbauen. Unser Körper greift bei Bewegungen nicht auf einzelne Muskeln zurück sondern arbeitet in 3 dimensionalen Bewegungsketten. Topleistungen sind deshalb nur möglich wenn funktional trainiert wird.

Unsere Sportphysiotherapeuten zeigen Ihnen die für Ihren Sport effektivsten Übungen um Spitzenleistungen erbringen zu können oder eine Geschmeidigkeit zu erreichen die sie im Alltag und ihrer Freizeit einer Bewegungsfreiheit zuführen die sie nie gedacht hätten zu erreichen. Daneben lernt unser Körper sich mit funktionellem Training besser vor Verletzungen zu schützen.

Viele der Übungen sind klassischen Trainingsansätze weit überlegen und können einfach und effektiv zu Hause in der Arbeit oder Freizeit durchgeführt werden. Dieses neue Lebensgefühl kostet sie etwa 10 min am Tag.

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