Manuelle Lymphdrainage – Doris Trögl

Was ist Manuelle Lymphdrainage und wie unterscheidet sie sich zur klassischen Massage?

Die Man. Lymphdrainage ist eine Sonderform der Massage und dient primär zur Entstauung von Lymphödemen (Schwellung von Lymphflüssigkeit). Das Unterschied zur kl. Massage liegt in der Form der Reizsetzung: Es handelt sich dabei um sanfte, langsame kreisförmige oder spiralige Griffe, die überwiegend auf den Haut- und Unterhautbereich einwirken. Ziel ist es dabei, die dort verlaufenden Lymphgefäße durch möglichst umfassende Dehnreize zu einer gesteigerten Kontraktion anzuregen und gleichzeitig gestaute Flüssigkeit in Richtung der nächstgelegenen Lymphknotengruppen zu bewegen.

Wie wirkt die Man. Lymphdrainage:

Die Man. LD erzielt dabei 3 wissenschaftlich belegte Effekte:

1. Abtransport von Ödemen:
Jegliche Schwellungen am Körper können sehr erfolgreich mit Manueller Lymphdrainage behandelt werden.

Es handelt sich beim Lymphgefässsystem um eine „Einbahnstrasse“, die letzten Endes im rechten Herzen die lymphpflichtige Last (Eiweiß,- Fett, Zellen-und Wasserlast) aus dem Gewebe in den Kreislauf zurück transportiert.

Man kann sich die Lymphe wie das Kanalisationssystem des menschlichen Körpers vorstellen. Überall wo „Müll“, also Schlackenstoffe, Eiweiße, Wunden entstanden sind, muss das Lymphgefässsystem den Abtransport desselben erledigen.

Durch die Grifftechnik kommt es zu einer pumpenden Wirkung im Gewebe. Die Eigenrhythmik der Lymphbahnen wird bis auf das 20fache angeregt.

2. Beruhigende Wirkung:
Durch ihre Wirkung auf das symphatische Nervensystem entspannt es die Muskulatur. Zusätzlich sind die Abfolgen sanft, rhythmisch und monoton, wodurch PatientInnen oftmals bereits nach wenigen Minuten einschlafen.

3. Schmerzlindernde Wirkung

Das Behandlungsgebiet ist sehr umfassend. PhysiOWien bietet die Manuelle Lymphdrainage unter anderem an bei …

• posttraumatischen Schwellungen nach z. B.: Muskelfaserrissen, Stauchungen, Hämatomen
Nach Traumen kommt es infolge der anschließend einsetzenden Wundheilung zu einer lokalen Entzündungsreaktion im betroffenen Gebiet und dadurch kann es zu Schwellungen und Stauungen der Flüssigkeiten im Körper kommen. Schmerzen und Bewegungseinschränkung können die Folge sein. Durch das Trauma werden feine Lymphgefäße teilweise durchtrennt und beschädigt, was zu den erwähnten Schwellungen im umliegenden Weichteilgewebe führt. Die Manuelle Lymphdrainage sorgt für eine raschere Heilung und Abschwellung und lindert Schmerzen.

• Lymphödemen in Folge von Operationen wie z. B.: Krebsoperationen, Knie- und Hüft-OPs oder nach Lymphknotenentfernungen

• bei Überlastung eines grundsätzlich gesunden Gefäßsystems – z.B. Tränensäcke:
Auch gesunde Lymphgefäße können Überlastungserscheinungen aufweisen. Geschwollene Augen und müde, schwere Beine im Sommer sind die häufigsten Anzeichen für eine Lymphgefäßüberlastung. Auch hier kann die Manuelle Lymphdrainage erfolgversprechend angewendet werden.

Manuelle Lymphdrainage bei Physiowien:

In unserer Praxis wird nach den Richtlinien der manuellen Lymphdrainage nach Vodder gearbeitet.
Wir beginnen immer am Hals, der als die Sammelstelle beim Abfluss der Lymphflüssigkeit gilt, und bereiten so das Lymphsystem auf die Aufnahme der gespeicherten, überschüssigen Lymphflüssigkeit vor. Systematisch arbeiten wir vom Zentrum hin zur Peripherie (Arme oder Beine), um einen optimalen Abflussweg zu eröffnen. Gerne stehen wir Ihnen bei Fragen mit näheren Informationen zur Verfügung.
Lehrbuch der Entstauungstherapie, G. Bringezu und O. Schreiner, Springer Verlag

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